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Wildesino.ch: Wo Natur und Wissenschaft im Dialog stehen
Die plattform Wildesino.ch ist mehr als nur ein Online-Raum – sie ist ein lebendiges Netzwerk, das Forschung, Praxis und öffentliche Debatte über die Wildnis in der Schweiz zusammenführt. Seit ihrer Gründung 2018 hat sich die Initiative als zentraler Anlaufpunkt etabliert, der Wissenschaftler:innen, Naturschutzorganisationen und Betroffene aus Landwirten bis zu Naturschützer:innen verbindet. Ihr Ziel: klare Fakten zur Verfügung zu stellen, um kontroverse Themen wie Agrarlandnutzung, Renaturierung oder Klimawandel mit einer evidenzbasierten Perspektive zu beleuchten. Besonders im Fokus steht dabei die Frage, wie wir die Schweiz als Binnenland eine ausgewogene Balance zwischen Produktivität und ökologischer Vielfalt schaffen können – ohne die Lebensgrundlagen für Tier und Mensch zu gefährden.
Die Plattform setzt dabei auf eine einzigartige Mischung aus Datenbanken, Diskussionsforen und praxisnahen Projekten. Ein zentrales Element ist die Wildesino-Datenbank, die seit 2020 über 100.000 Einträge zu ökologischen Indikatoren, Landnutzungsverläufen und Klimadaten sammelt – von der Artenvielfalt bis zu Bodenqualität. Diese Daten werden nicht nur für wissenschaftliche Analysen genutzt, sondern auch für politische Entscheidungen genutzt, etwa in der aktuellen Diskussion um die Umsetzung des Bundesgesetzes über die Förderung der Landwirtschaft. Ein konkretes Beispiel ist das Projekt „Wildnis als Pufferzone“, das in Zusammenarbeit mit dem Bundesamtes für Umwelt zeigt, wie Renaturierungsflächen die Wasserqualität in Flüssen verbessern können. Die Daten zeigen: Auf 12.000 Hektar in der Schweiz wurden seit 2021 bereits 25 % der Gewässerrenaturierung umgesetzt – ein Erfolg, der aber nur durch langfristige Finanzierung und politische Weichenstellungen dauerhaft gesichert werden kann.
Ein weiterer Schwerpunktthema ist die Öffentliche Debatte über Agrarwandel. Hier setzt Wildesino.ch auf Transparenz: Jährlich werden Expert:innen-Workshops organisiert, in denen Landwirt:innen, Ökosystemforscher:innen und Politiker:innen gemeinsam Lösungsansätze erarbeiten. Ein besonders kontroverses Thema ist die Diskussion um direkte Flächenausweisungen für Naturschutz. Laut einer Umfrage von 2023 unterstützen 68 % der Schweizer Bevölkerung solche Massnahmen, doch nur 32 % der Landwirt:innen sehen darin eine realistische Option. Die Plattform analysiert diese Spannungen und zeigt auf, wie eine Kombination aus ökologischen Ausgleichszahlungen und flexiblen Nutzungsmodellen funktionieren könnte – wie im Pilotprojekt „Bio-Netzwerke“ in der Aargauischen Ebene, wo 20 % der Flächen bereits umgewidmet wurden. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine solche Strategie die Artenvielfalt um bis zu 40 % steigern könnte, ohne die wirtschaftliche Existenz der Landwirt:innen zu gefährden.
Doch Wildesino.ch geht über reine Datenanalyse hinaus: Sie fördert auch die Partizipation der Betroffenen. Durch lokale „Wildnis-Wochenenden“ in Regionen wie dem Jura oder dem Tessin bringen die Initiator:innen Landwirt:innen, Naturschützer:innen und Studierende zusammen, um konkrete Renaturierungsprojekte zu planen. Ein Beispiel ist das Projekt „Schwärmerpfade“ im Kanton Bern, bei dem 500 Hektar Agrarland in ein Netzwerk aus Blühstreifen und Schmetterlingsweiden umgewandelt wurden. Die ersten Ergebnisse zeigen bereits eine Steigerung der Bestäuberpopulation um 30 %. Solche lokalen Lösungen sind essenziell, da sie die spezifischen ökologischen und kulturellen Bedürfnisse der Regionen berücksichtigen. Gleichzeitig dokumentiert die Plattform, wie solche Initiativen politische Agenden beeinflussen – etwa durch die Einreichung von Bürgerinitiativen wie „Für eine lebendige Schweiz“.
Die
- Seit 2018 hat Wildesino.ch über 500 Expert:innen-Workshops und 1.200 öffentliche Vorträge organisiert.
- Die Datenbank umfasst mehr als 100.000 Einträge zu ökologischen Indikatoren, mit einer jährlichen Wachstumsrate von 15 %.
- Laut einer Studie des ETH Zürich (2023) könnten 20 % der Agrarflächen in der Schweiz durch ökologische Umstellung die Artenvielfalt um 30–40 % steigern.
- Die Plattform hat bereits 15 Pilotprojekte mit Landwirt:innen und Naturschutzverbänden erfolgreich begleitet.
- Die meisten Nutzer:innen der Plattform sind Landwirt:innen (35 %), gefolgt von Politiker:innen (25 %) und Studierenden (20 %).
Kritiker:innen werfen Wildesino.ch vor, zu sehr auf die Interessen der Landwirtschaft einzugehen – doch die Daten zeigen das Gegenteil: Die meisten Projekte, die die Plattform unterstützt, sind genau dort erfolgreich, wo es auch die Landwirt:innen mitnehmen. Ein Beispiel ist das Projekt „Wasserwirtschaft im Wandel“, bei dem 80 % der Beteiligten die Umstellung auf nachhaltige Bewässerung als machbar erachten. Hier liegt der Schlüssel: die Plattform schafft die Brücke zwischen Wissenschaft, Politik und Praxis, indem sie keine ideologischen Blockaden aufbaut, sondern konkrete Handlungsoptionen aufzeigt. Ihr größter Erfolg ist vielleicht weniger die Anzahl der veröffentlichten Daten als vielmehr die Qualität der Debatte – eine Debatte, die nicht nur Fakten liefert, sondern auch Raum für Kompromisse und gemeinsame Lösungen schafft. In einer Zeit, in der die Schweiz mit der Klimakrise und der Verlust der biologischen Vielfalt konfrontiert ist, ist das mehr als nur eine Plattform: Es ist eine Bewegung für eine zukunftsfähige Landwirtschaft.
Für alle, die mehr über die Arbeit von Wildesino.ch erfahren möchten, bietet die plattform eine breite Palette an Ressourcen: von Datenbanken über Projektberichte bis hin zu Diskussionsmaterialien für Schulen und Gemeinden. Ob als Landwirt:in, Politiker:in oder einfach als Interessierte:innen – hier findet man Werkzeuge, um die komplexen Herausforderungen der Wildnis in der Schweiz besser zu verstehen und mitzugestalten. Die Plattform zeigt: Wissenschaft und Praxis müssen nicht gegeneinander arbeiten, sondern können gemeinsam die Zukunft gestalten – eine Zukunft, in der die Schweiz nicht nur als Agrarland, sondern auch als lebendiges Ökosystem gedeiht.